20er-Jahre Frisuren

Wer auf eine Mottoparty rund um die 20er-Jahre oder gar auf eine Hochzeit im Stil des „Great Gatsby“ eingeladen ist, braucht neben dem richtigen Kostüm auch die passende Frisur. Wasserwellen, der kurze Bubikopf und mit Federn besetzte Stirnbänder sind für die Damen dabei fast ein Muss, während Mann unbedingt zur Pomade greifen sollte.

Die folgenden Zeilen zeigen, wie das richtige Haar-Styling für die 20er-Jahre gelingt und gibt Anleitung. Ran an Glätteisen, Lockenstab und Pomade!

Damenfrisuren für die 20er-Jahre-Mottoparty

Der Look der Charleston- oder Flapper-Girls in diesem Jahrzehnt war von wichtigen Merkmalen geprägt. Die neu gewonnene Emanzipation der Damenwelt brachte starkes Make-up, die ultimative Zigarettenspitze, aber auch markante Frisuren in Mode: Kurz, kürzer, Bubikopf scheint dabei das Motto gewesen zu sein. Wer die passende Frisur zum Twenties-Kostüm finden will, sollte daher unbedingt auf Kurzhaarfrisuren, Wasserwellen und Co zurückgreifen.

Die Charleston-Frisur

Ein anliegender Scheitel und ein bauschiges Volumen in den Haarlängen – das macht die Charleston-Frisur aus. Erst ab der unteren Hälfte werden die Haare mit einem Lockenstab bearbeitet. Wichtig ist bei dieser Frisur der Kontrast zwischen dem eng anliegenden Haar am Kopf und den bauschigen Formen darunter.

Daher können die Locken in den Haarlängen auch locker und wild fallen, kraus und wirr auseinandergezogen werden. Dazu ein passendes Stirnband oder einen Mini-Hut auf den Kopf, um den Kontrast zwischen eng anliegender oberer Haarpartie und Locken in den Spitzen zu verstärken – fertig ist die Charleston-Frisur.

Die Wasserwellen-Frisuren

Die klassische Wasserwelle gehört ebenfalls zu den trendigen Frisuren der 20er-Jahre. Sie war ein Erkennungszeichen der sogenannten Flapper-Girls und steht für glamouröse Eleganz und sicheres Stilbewusstsein. Auch die Wasserwellen-Frisur ist für Frauen mit kurzen Haaren gemacht, eine Mindesthaarlänge gibt es jedoch nicht. Am besten gelingt diese Frisur aber mit Haaren, deren vordere Partie bis knapp unter das Ohr reicht.

Zunächst muss das Haar gewaschen und geglättet werden: Seitenscheitel kämmen, und das Haar mit einer Rundbürste föhnen. Bei lockigem und krausem Haar sollte vorher sogar zum Glätteisen und Schaumfestiger gegriffen werden, um es zu bändigen. Danach kann vom Scheitel aus mit dem Stylen der Wasserwellen begonnen werden – Ziel ist dabei, dass sich die Haare in Wellen seitlich an den Kopf legen.

Für das Stylen der Wasserwellen selbst gibt es sogenannte „Wellenreiter“, spezielle Klemmen. Für eine Wasserwelle muss jeweils eine etwa fünf Zentimeter breite Strähne abgetrennt werden, das Haar wird mit dem Kamm nach oben gestaucht und die entstandene Welle mit einer Haarklammer fixiert. So kann sich vom Scheitel herab vorgearbeitet werden. Das Ergebnis noch mit Haarspray fixieren – fertig ist die Wasserwellenfrisur.

Doch Vorsicht: Für ungeübte Finger sollte ein wenig Zeit zum Stylen eingeplant werden, denn die Wasserwellen brauchen etwas Geschick und Übung. Einfacher und schneller gehen Wasserwellen auch mit dem Lockenstab.

Der kurze Bubikopf in seinen Varianten

Auch der Friseur kann auf Dauer eine passende Frisur für die 20er-Jahre stylen. Ein kurzer Pagenschnitt mit langem Pony ist dabei perfekt geeignet. Er braucht vor der Party nicht viel Styling-Aufwand. Beim Bubikopf wurde das eckig geschnittene Haar kinnlang und eng am Kopf getragen. Der Bubikopf ist ein Allrounder: Wellen darin verleihen einem schmalen Gesicht mehr Fülle und breite Formen werden optisch gestreckt.

Besonders typisch in den 20er-Jahren war der sogenannte „shingled Bob“ – eine jungenhafte Frisur, bei dem die Haare in der Nackenpartie zu einem V geschnitten wurden. Abwandlungen des Bubikopfes sind der sogenannte Eton-Schnitt oder Garçon-Schnitt – ultrakurze Haare, die in den 20er Jahren anfangs extrem kontrovers diskutiert wurden. Die Damen stylten ihre Frisur wie Männer und griffen ebenfalls zu Pomade und Co. So manche Haarsträhne wurde dabei stylish auf die Stirn in Wellen und Rundungen gelegt.

Wer lange Haare besitzt und diese für eine Mottoparty nicht abschneiden will, muss dennoch nicht auf dieses Styling verzichten: Beim sogenannten „Faux Bob“, dem falschen Bob, wird die Frisur nur vorgetäuscht – eine Hochsteckfrisur für lange Haare. Mit Haargummi und Haarklammer wird das Haar optisch auf Kinnlänge gekürzt. Untere Haarpartien werden zu Zöpfen gebunden und unter die oberen Haarpartien versteckt. Mit dem Lockenstab bearbeitete Strähnen wirken noch kürzer!

Frisuren für den Herrn im Stil der Goldenen Zwanziger

Als Mann ist es einfacher, eine stylishe Frisur im Look der 20er-Jahre zu gestalten. Flach, glatt und glänzend ist hier das Motto – a là dem Film „The Great Gatsby“. Die kurzen bis mittellangen Haare wurden streng nach hinten gekämmt, an der Seite gescheitelt und mit viel Pomade zum Glänzen gebracht. Diese Frisur schmeichelt vor allem Männer mit rundem Gesicht.

Die Herren der damaligen Zeit wurde auch „Pomadenhengst“ genannt. Vorbild und Trendsetter für diesen Look war der Stummfilmstar Rudolph Valentino. Als einer der ersten zeigte er sich mit der strengen, pomadisierten Frisur.

Der Zylinder wurde in der Zeit eher an den  Nagel gehangen. Ebenso wie der Bart aus dem Männergesicht verschwand. Maximal ein kleiner Schnauzbart war noch in Mode, ansonsten zeigten sich die Herren in den Goldenen Zwanzigern glattrasiert – passend zur glänzenden Haarmode.

Accessoires in der Frisur: Haarschmuck und Kopfbedeckungen

Eines darf bei der stilechten 20er-Jahre-Frisur nicht fehlen: der Kopfschmuck. Denn in dieser Zeit waren zahlreiche Accessoires in Mode, die als Hingucker fungierten und heute als Markenzeichen für die „Roaring Twenties“ gelten: Haarbänder, Klammern oder geschmückte Stirnbänder, Haarnetze und Glockenhüte sind für die Frauen ein Muss gewesen.

Der Haarschmuck war dabei immer auffällig verziert – mit Pailletten und Federn. Auch der Turban war in den 20er-Jahren beliebt, angeregt durch archäologische Funde dieser Zeit. Abgerundet wird der Look mit einem auffälligen Make-up: Rote Lippen und Fake-Lashes sind hier die Markenzeichen.

Männer trugen ebenso Kopfbedeckungen – doch der klassische Zylinder verstaubte und der Hut kam in wenig aus der Mode. Wer jedoch den Look besonders betonen will, kann entweder zu einem „Page-Boy“-Hut greifen, eine Kappe für Männer der damaligen Arbeiterschicht, oder auch zu Schiebermütze und Fedora-Hut.

Übrigens: Wer sein Haar für einen Abend nicht verändern will, kann auch zu Perücken im Retro-Stil des goldenen Jahrzehnts greifen. Mit und ohne Kopfbedeckung bieten sie den optimalen Look ohne viel Aufwand!

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